gamescom 2011

Die gamescom 2011 ist zuende. Dieses Jahr gaben sich 557 Unternehmen aus 39 Ländern auf einer Ausstellungsfläche von  120.000 Quadratmetern die Ehre – damit sogar mehr als im letzten Jahr. Auch mit einer gesamten Besucherzahl von 275.000 Besuchern brach die Messe den Rekord des letzten Jahres. Nach der SEGA-Abstinenz im Jahr 2010, ließ sich unser aller Lieblingsunternehmen dieses Jahr nicht lumpen und war mit einem großen Stand – der ganz im Zeichen von Sonic stand – wieder mit dabei. Ein 5 Meter hoher Sonic (und damit aus Sicherheitsgründen kleiner als die  geplanten 8 Meter Höhe) wies in Halle 8 direkt auf den SEGA Stand hin. Dieser war komplett im Stile der wohl bekanntesten und beliebtesten Zone aus dem Sonic-Universum gehalten; der Green Hill Zone. So war nicht nur der Boden des Stands mit künstlichem Gras bepflanzt, es waren dort auch Blumen und Palmen aufgestellt und ein Looping aufgebaut. Ein kleiner Bus war an einer Seite des Standes geparkt um Mario und Sonic bei den London 2012 Olympischen Spielen in der DS Version in Szene zu Setzten. Die Wii Version konnte entweder im Stehen an einem der vielen Wii Aufsteller gespielt werden oder stilsicher im Kanu sitzend. Neben Mario und Sonic konnten "nur" die Xbox360, PlayStation 3 und 3DS Versionen von Sonic Generations angespielt werden. Alle anderen Spiele die SEGA derzeit in der Pipeline hat, waren nur fern der Öffentlichkeit im Business Stand von SEGA anspielbar. So gab es dort Präsentationen zu Rise of Nightmares, Aliens: Colonial Marines, Binary Domain, Renegade Ops, Shinobi 3D, Crush 3D, Virtua Tennis 4 (PS Vita) und Anarchy Reigns

gamescom 2011 der SEGA Stand

Eines der Highlights neben dem optisch wirklich schönen Stand in Halle 8 war die kleine Sonic Ausstellung in einer Ecke des Standes in der Raritäten, Kuriositäten und Meilensteine aus 20  Jahren Sonic gezeigt wurden. Im Business Bereich der Messe war es uns möglich ein paar Titel vorab schon einmal anzuspielen. Unsere Eindrücke lest ihr im Folgendem:


Sonic Generations:
Im November ist es so weit. Sonics neustes Abenteuer zur Feier seines 20. Geburtstags kommt auf Playstation 3, Xbox 360 und Nintendo 3DS. In dem Spiel wird Sonic durch eine mysteriöse Kraft zurück in die Vergangenheit geschickt, wo er auf sich selbst trifft. Bloß hat er sich über die Zeit deutlich verändert. Und zwar mehr als dass er eine grüne Iris erhalten hat. Mit beiden Sonics kann man nun auf die Reise gehen und die neuen Level erforschen.

Die Konsolenversion hat 9 Zonen – davon sind 3 durch die Megadrive-Ära inspiriert (Green Hell beispielsweise), 3 durch die Dreamcast-Ära (City Escape) und 3 durch die Next-Gen-Ära (Spagonia als Beispiel). Alle 9 Zonen enthalten zwei Ebenen, eine davon für Classic Sonic, deren Schwerpunkt auf klassischem Platforming liegt – Classic Sonic muss sich mit 2D-Steuerung über verschiedene Plattformen kämpfen. Natürlich kann er dabei den bekannten Spindash einsetzen. Das Gameplay von Modern dagegen hat einen deutlich geringeren Platforming-Anteil und der Schwerpunkt liegt hierbei viel stärker auf Geschwindigkeit. Ebenso kann Modern Sonic die bekannte Homing-Attacke einsetzen, er kann auf Geländern grinden und besitzt viele andere bekannte Moves.

Die 3DS-Version soll 7 Zonen haben – davon sind 6 extra für den 3DS angefertigt, eine soll als Überschneidung mit den Konsolen-Versionen bereits bekannt sein. Was bisher zu sehen war, lässt auf jeden Fall hoffen. Die Levels sind liebevoll designt, die Hintergrundmusik ist an die nachempfundenen Level angepasst. Die Steuerung hat in den anspielbaren Demos gut funktioniert. Eine gewisse Gefahr: Zum Ersten Mal wird Sonic deutsch sprechen – hier gibt es natürlich eine gewisse Skepsis ob das gutgeht. Leider lassen sich von der Messe kaum Eindrücke diesbezüglich schildern, da in den Hallen die Sprecher kaum hörbar waren und die abgeschotteten Demos allesamt in englischer Sprache durchgeführt wurden. Dennoch darf man guter Hoffnung sein, dass es mit diesem Spiel gelingt, einen würdigen 20. Geburtstag zu feiern.

Sonic Generations (classic Sonic) Sonic Generations


Mario und Sonic bei den London 2012 Olympischen Spielen
Der ein oder andere mag (nicht ganz zu Unrecht) zweifeln: braucht man noch eine Inkarnation der olympischen Treffen zwischen Mario und Sonic? Was jedoch bisher sichtbar war, lässt zumindest ein wenig hoffen: die vorgeführten Events sind allesamt in keinem der Vorgänger zu finden, sondern sind komplette Neuschöpfungen. Zwar wurde bereits bestätigt, dass manche Disziplinen übernommen wurden, allerdings wurden sie angepasst und ihre Steuerung verändert (so kann man hoffen, dass die Fernbedienungs-Schüttelorgien der olympischen  Spiele 2008 in Peking ein Ende genommen haben).

Spielen konnten wir Disziplinen wie Fußball, Beach-Volleyball, Traum-Reiten, Paddeln sowie Traum-Hürdenlauf und andere. Zu allen ließ sich sagen: die Steuerung war soweit gut, Schüttelorgien hielten sich bei diesen Spielen in Grenzen. Die Charakter-Besetzung hat sich seit den olympischen Winterspielen 2010 nicht geändert und erlaubt entsprechend eine ordentliche Auswahl. Sonst ließ sich jedoch keine Änderung am Spielprinzip seit den beiden Vorgängern feststellen, da wir nur einzelne Disziplinen antesten durften. Minispiel-Modi oder Turniere wurden nicht gezeigt.

Man kann also schlussendlich davon ausgehen, dass auch die 2012-Inkarnation dieser Serie in die gleiche Richtung einschlagen wird: Für Einzelspieler wird wahrscheinlich recht schnell die Luft raus sein, wer jedoch Lust auf einen gemütlichen Wii-Abend mit Freunden (und mindestens 2 Wii+Nunchuk-Sätzen) hat, dürfte ordentlich bedient werden. Im November wissen wir mehr. Für Interessenten der 3DS-Version: ihr müsst euch bis Februar gedulden.


      Mario & Sonic bei den London Olympischen Spielen



Aliens: Colonial Marines
Ob dieses Spiel es nach Deutschland schaffen wird, könnte spannend werden. Gearbox als Entwickler zumindest ist jedoch zuversichtlich. Leider konnten wir bei dieser Vorführung nicht selbst anspielen, sondern es wurden Szenen vorgespielt: dennoch kam man sich vor wie im Film-Setting der legendären Filme. Die Umgebungen sind sehr stimmig; schon nach kurzer Zeit kommt richtiges Alien-Feeling auf. Kein Wunder, man ließ sich schließlich vom Original-Raumschiff-Designer der Filme beraten. Somit kann das Spiel Umgebungen zeigen, die so zwar für die Filme vorgesehen waren, es jedoch nicht in diese geschafft haben.

Die Handlung spielt 11 Monate nach der Handlung des Films Alien 3. Ein Raumschiff landet auf dem Planeten und eine Kolonie von Marine-Soldaten prüft, ob alles im Reinen ist – natürlich ist es das nicht. Die Aliens verstecken sich unheimlich geschickt. Alles was einem als Spieler übrig bleibt ist ein ständiger Wechsel zwischen Waffe und Bewegungsscanner. Kaum zückt man diesen stellt man mit Unbehagen fest wie viele rote Punkte sich auf dem Scanner befinden. Und wie könnte es anders sein: kaum sieht man die vielen Punkte wird man auch schon von allen Seiten angegriffen – es hilft nichts, man muss erneut zur regulären Waffe greifen und aus dem Weg räumen, was sich einem in den Weg stellt.

Leerlauf schien es dabei kaum zu geben. Zwar gibt einem das Spiel Zeit Munition zu sammeln, aber schon wenige Sekunden später, möchte man nur einen Sicherheitsblick auf seinen Scanner erhaschen, nur um feststellen, dass man eigentlich schon längst wieder umzingelt ist. Natürlich gibt es auch besondere Aliens (Boss-Aliens?), vor denen in unserer Präsentation der Vorspieler nur die Flucht ergreifen konnte – er konnte diesem nichts entgegensetzen.

Zusammenfassend: was man sehen konnte, sah fantastisch aus, die Stimmung der Filme wurde exzellent übermittelt. Wer sich bis 2012 nicht gedulden kann – sollte vorher vielleicht als Einstimmung ein paar der Filme nochmal ansehen! Aufgrund des marginalen CGI-Einsatzes, sind diese kaum gealtert und bringen die perfekte Einstimmung.

Aliens: Colonial Marines Aliens: Colonial Marines


Binary Domain
Wir befinden uns viele Jahre in der Zukunft. Japan ist zurückgekehrt zu seinen mediterranen Wurzeln: das heißt jetzt nicht, dass dort wieder auf Strom verzichtet wird, sondern viel mehr, dass Japan sich vom Rest der Welt abschotten will. Auf einmal tauchen jedoch in Nordamerika Roboter auf, die genau wie Menschen aussehen – sich wie Menschen verhalten – sie waren sogar bis zu ihrer Enttarnung fest davon überzeugt, dass sie Menschen wären. Die Spur der Roboter führt den Geheimdienst, für den man als Spieler arbeitet, nach Japan. Dort muss man in das Land eingeschleust werden, da – wie beschrieben – Japan keine Ausländer mehr ins eigene Land ließe.

Japan hat sich gewandelt. Städte bestehen aus riesigen Hochhäusern – die oberen Ebenen der Städte sind mit Brücken miteinander verbunden. In diesen Bereichen bewegen sich die wohlhabenden Menschen – die unteren Ebenen ließen sich am ehesten mit den heutigen Slums vergleichen – sie sind verwahrlost.

Vom Spielprinzip lässt sich Binary Domain mit einem Taktik-Third-Person-Shooter vergleichen. Man agiert im Dreier-Team (man spielt jedoch immer nur den selben Charakter) und muss sich durch Horden von Robotern schießen. Das Besondere dabei ist jedoch das sogenannte Consequence-System: je nachdem, wie loyal man sich seinen beiden Mitstreitern verhält, umso mehr vertrauen diese dem Spieler. Lässt man sie mehrfach ins offene Feuer laufen, so werden sie dem Spieler nicht vertrauen und ihm auch selbst nicht helfen, wenn man beispielsweise am Boden liegt und verarztet werden muss. Hat man jedoch das Vertrauen der Mitstreiter gewonnen – so werden diese den Befehlen des Spielers folgen und ihm auch helfen. Da man Befehle per Voice Input (Kinect auf der Xbox 360 ist möglich sowie Bluetooth-Headsets auf der PS3 – die Standard-Headsets gehen natürlich ebenfalls) geben kann hat man jederzeit Einfluss auf den Vertrauenswert statt wie bei vielen Spielen, wo man zu bestimmten Zeitpunkten "nur" das richtige (was oft schon offensichtlich ist) sagen muss. Binary Domain erscheint am 17. Februar 2012.
Binary Domain Binary Domain


Anarchy Reigns
Auch dieses Mal scheinen die Entwickler von u.a. Bayonetta und MadWorld ihrer Kreativität freien Lauf gelassen zu haben und bringen mit Anarchy Reigns ein Online Beat 'em up heraus, wie es zuvor in der Form noch nicht dagewesen ist. Am Business Stand von SEGA war es uns möglich schon einmal den 4 Spieler Multiplayer Modus anzutesten. Besonders gefallen hat hier schon direkt die große Charakterauswahl (insgesamt 11) mit ziemlich unterschlich gehaltenen Zeitgenossen (die u.a. schon aus Mad World bekannt sind). Hier sollte also für jeden Geschmack der passende Charakter zu finden sein.

Das Spiel selber läuft sehr flüssig und weißt ein ziemlich hohes Spieltempo auf. Die hohe Geschwindigkeit des Spiels machte beim Anspielen des Titels richtig viel Spass da die Steuerung recht simpel gehalten ist, sowie auch das Spielprinzip und sich der Spieler recht schnell zurechtfindet.  Jeder Charakter aus Anarchy Reigns hat eine individuelle  Waffe und eigene Spezialangriffe,  sodass sich diese stark in Steuerung und Handhabung unterscheiden. Wie bei vielen Beat 'em ups hat der Spieler eine Spezialangriffleiste. Wenn sich diese füllt, kann ein mächtiger Spezialangriff ausgeführt der den Spieler für eine kurze Zeit annähernd unbesiegbar macht.
Jeder Charakter hat einen Starken und einen schwächeren Angriff, diese liegen auf verschiedenen Tasten, kombiniert man beide, so ist es möglich starke Kombinationsangriffe zu starten. Auch ist während der Kämpfe das Blocken, Werfen und Kontern sehr wichtig um siegreich zu sein. An manchen Stellen im Kampfgeschehen viel uns die Kamaraführung etwas negativ auf, sodass es schwierig war im Kampfgetümmel den Überblich zu behalten. Aber  bis zum Release von Anarchy Reigns ist ja noch ein wenig Zeit.

Jede Spielrunde dauerte in dem von uns angetesteten 4 Player Multiplayer Modus 5 Minuten. In dieser Zeit verdient ihr euch Punkte durch Combos, Würfe, Konterangriffe, das Nutzen  von Waffen aus der Umgebung  und Kills.  Jeder  Spieler hatte in diesen Minuten unbegrenzte Anzahl an Leben. Der Gewinner wird am Ende anhand der Punktzahl ermittelt. 
Sollten sich einmal keine weiteren Spieler finden, so kann gegen Bots gekämpft werden.

Anarchy Reigns soll eine Vielzahl verschiedener Mehrspielermodi beinhalten. Die uns derzeit bekannten sind: Tag Team und Battle Royale.


Neben dem von uns angespielten Online Modus,  gibt es noch einen Story-Mode – der leider nicht zum Anspielen bereit stand. Hier soll eine Hintergrundgeschichte aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Um welche beiden Perspektiven es sich handelt und wie umfangreich die Geschichte ist, können wir leider noch nicht sagen.  Anarchy Reigns liegt derzeit der USK vor, ob es eine Freigabe bekommt ist noch unklar. Das Release ist für  Januar 2012 geplant. Der Titel erscheint für Xbox 360 und PlayStation3.

Anarchy Reigns Anarchy Reigns



Rise of Nightmares
Mit Rise of Nightmares möchte SEGA den Videospielern ein Kinect Spiel, welches in dieser Art noch nicht auf dem Markt kam,  präsentieren. Als wir uns im Business Center selber ein Bild von dem Spiel machen konnten, konnten wir uns selber davon überzeugen, dass SEGA hier nicht zu viel versprochen hat. In der von uns angespielten ersten Sequenz  übernehmt ihr die Rolle des Hauptprotagonisten der mit seiner Freundin in einem Zug Richtung Ostblock sitz. Schon nach kurzer Zeit wird  die  Freundin entführt und ihr macht euch auf den Weg durch den Zug um nach ihr zu suchen. Dort trefft ihr auf diverse sukurrile Gestalten wie u.a. eine romänische Wahrsagerin und einem ziemlich verpeilten Kartenkontrolleur und durchlebt so manchen Schock-Effekt. Das Spiel an sich ist – typisch für ein Spiel aus dem Horror-Genre, sehr dunkel gehalten und kommt mit wenig aber dennoch sehr intensiver Geräuschkullisse aus.

Das besondere an Rise of Nightmares ist, dass das Spiel in einem nahezu komplett dunklen Raum gespielt werden kann. Die Kinect Kamera schafft es trotz der Dunkelheit eure Bewegungen perfekt zu erkennen und umzusetzen. Dem wahrern Horror-Feeling dürfte also nichts im Wege stehen.  Gespielt wird im Stehen und – wie Kinect üblich – mit vollem Körpereinsatz. Ihr bewegt den Hauptprotagonisten nach vorne, indem ihr mit einem Fuß nach vorne geht, zurück indem ihr einen Fuß nach hinten setzt und ihr dreht euch indem ihr den Oberkörper in die gewünschte Richtung dreht. Interktionen startet ihr indem ihr eure Hand gerade nach vorne streckt. Um Türen zu öffnen, Gegenstände zu nehmen oder Zombies zu verhauen macht ihr die dazu passende Bewegung. Besonders praktisch ist eine automatische Lauffunktion, so streckt ihr den Arm nach oben und euer Alter-Ego bewegt sich selber zum nächsten Punkt in der Handlung. Die Spielwelt legt ihr nicht wie bei vielen anderen Kinectspielen auf Schienen zurück, sondern bewegt euch recht frei in eurer Umgebung.

In einem weiteren Kapitel was wir anspielen durften war das Setting irgendwo im Wald und eine Reisegruppe wurde von Zombies attackiert. Hier konnten wir auf den Grund sehen, warum Rise of Nightmares nicht in Deutschland erscheinen wird; hier könnt ihr fast jedes Umgebungsitem nutzen um euch die verhassten Untoten vom Leibe zu halten und so kommt es schonmal vor, dass ihr nach Teilen eines toten Zombies greift um einen seiner Artgenossen mit diesen zu verhauen. Blut spritzt en mass, Köpfe werden gespalten und auch mit sonstigen Gewaltdarstellungen wird nicht gegeizt. Eben mit allen dem – was ein echtes Horror-Spiel ausmacht. Rise of Nightmares erscheint am 19. September 2011 für Xbox 360 aber wiedermal - ein HOCH auf die USK ^_^'' - nicht in Deutschland.


Rise of Nightmares Rise of Nightmares
geschrieben von: Link / Zorki