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Review:

Schon nach den ersten ersten Bildern als Fan war man mitunter sehr skeptisch. Sonic und ein Schwert? Kann das funktionieren?

Die Story des Spiels beginnt damit, dass Sonic von der Zauberin Merlina in ihre Zeit gerufen wird. Sie ruft den heldenhaften Ritter der Legenden, der sie gegen die Schergen von König Arthus verteidigen soll. Sonic erscheint und zeigt ihr prompt, wie der weltschnellste Igel die Problematik im Handumdrehen löst; als jedoch Sonic versucht, König Arthus selbst anzugreifen, wird er zurückgehalten: Merlina klärt ihn auf, dass er das nicht könne, da Arthus die Schwertscheide Excaliburs trage, die ihn unverwundbar mache. Sonic erhält Caliburn, ein sprechendes Schwert, welches ihn fortan durch das Abenteuer begleitet und ihm zum Ritter trainiert. Währenddessen schickt Arthus seine Truppe Ritter (die Ritter der Tafelrunde: Gawain – dargestellt durch Knuckles, Lancelot – Shadow und Parsifal – Blaze) hinter Sonic her.

Von nun an folgt man wie gewohnt in Stages der weitestgehend linearen Story. Sonic-Fans werden sich noch über weitere Bekanntschaften freuen, denn so wird der Schmied im Spiel, der Caliburn wieder neuen Schliff verleiht, durch Tails dargestellt, und Nimoe, die Herrin des Sees, wird durch Amy vertreten (kleiner Spoiler: die werte Dame kann auch anfangs nicht verstehen, wieso Sonic vor ihr so erschrickt – sie hat nicht einmal einen Hammer).

Mit der Zeit erfährt man, wie man König Arthus besiegen kann – man muss in Bosskämpfen gegen die Ritter der Tafelrunde antreten, damit man sich schließlich Arthus gegenüberstellen darf.

Die Spielregeln sind denkbar einfach, da sich Sonic leider nur auf vorgegebenen Wegen bewegen kann, viel Erkundungsspielraum gibt es leider nicht. Man muss Hindernisse überspringen, was mitunter dank der "üblichen Nettigkeiten", wie wegbrechendem Boden mitunter öfters nicht leicht ist. Auch störend ist, dass das Spiel den Spieler oft dazu nötigt, dass man Gegner, die man einfach überspringen wollte, doch noch besiegen muss, da auf einmal von einem größerem Gegner der Weg versperrt wird und man von hinten angegriffen beispielsweise durch Bodenschützen angegriffen wird. Da die Kamera absolut stur auf Vorwärtsrennen ausgerichtet ist, passiert es öfters, dass man so beim Zurücklaufen, den Gegnern mitten ins Messer springt.

Trotz dieser Unannehmlichkeiten erscheint das Spiel viel zu einfach. Denn außer Rennen (Nunchuk-Bewegung), Schwertkampf (Fernbedienung kurzzeitig schütteln) und Springen (A) gibt es wenig zu tun. Zwar gibt es die Möglichkeit sich zu verteidigen (Z), die Gegner durchbrechen die Schilder jedoch zu oft so oder so. Eine Zusatz-Funktion sind die Spezial-Attacken, die man, sofern die Seelenleiste im Bild unten links gut gefüllt ist, durch Drücken und Halten der B-Taste auslösen kann. Gestört wird man in seinem Kampf oftmals jedoch durch dauernd sich wiederholende Quicktime-Events (man muss den Dorfbewohnern, die alle absolut gleich aussehen, durch Drücken der richtigen Taste in einem kurzen Zeitfenster Ringe übergeben) unterbrochen. Auch führt das Kämpfen auf Dauer zu taktiklosen Wii-Fernbedienungs-Geschüttele, denn dem Spiel ist herzlich egal, wie stark man die Fernbedienung schüttelt oder in welche Richtung – auch hier ein Manko: später im Spiel muss man die Fernbedienung richtig neigen – dass Linkshänder das "Schwert" bzw. die Wii-Fernbedienung links halten wurde hierbei nicht bedacht.

Ein großes Manko ist hauptsächlich jedoch: das Spiel ist für fortgeschrittene Spieler einfach zu kurz. Schon nach kurzer Zeit steht man dem 1. Endboss des Spiels gegenüber, der auch sobald man die dahinterstehende Taktik verstanden hat, recht leicht zu besiegen ist. Danach laufen das erste Mal die Credits durch. Der folgende 2. Teil ist zwar deutlich schwerer, aber wer diesen recht souverän meistert (kaum möglich, da man große Teile schlicht auswendig lernen muss), wird feststellen, dass dieser noch kürzer war als der erste Spielteil und danach ist es wirklich story-mäßig vorbei. Wer will, kann sich danach noch mit etlichen Zusatzmissionen oder dem schwer kontrollierbaren Multiplayer-Modus auseinandersetzen.

Wenigstens von technischer Seite kann das Spiel zum Glück noch überzeugen. Die Grafik ist trotz viel grau in grau (hier muss man jedoch ehrlich sein: Im Mittelalter sahen Städte eben so aus) für Wii-Niveau durchaus schön anzusehen und die Umgebungen sind wirklich ordentlich gestaltet. Auch die Sprachausgabe ist sowohl im englischen wie auch im wählbaren japanischen durchaus gelungen. Einige Abstriche muss man dagegen an der Musik machen: hier sind zwar einige recht gut gemachte Songs dabei, die aber überhaupt nicht zum Mittelalter-Flair des Spiels passen und daher zu weiten Teilen durchaus ungünstig gewählt wurden. Die Steuerung geht wie beschrieben recht gut von der Hand, lediglich führt sie oft zu kompletten Aussetzern, wenn dann mal der Boden unter euch wegbricht. Leider trügen all diese Punkte nicht darüber hinweg, dass man das Gefühl, die Story sei weitestgehend 08/15-Mittelalter und das Spiel ist weitestgehend viel zu leicht und wird urplötzlich viel zu schwer (die Balance ist überhaupt nicht gelungen), was zu zwanghaftem Auswendiglernen führt. Und dann bleibt eben das dicke Manko, dass es letzendlich wirklich zu kurz war.

Grafik: 8
Sound: 6
Bedienung: 7
Gesamt: 6

Fazit:
Technisch ordentlich, wird jedoch durch sein eigenes Spielkonzept, die fehlende Balance, die zu häufig auftretenden Frustmomente und die Tatsache, dass das Ding alles in allem viel zu kurz ist, runtergezogen. Schade eigentlich! Nächstes Mal bitte keine komischen Stretchy Arm-Werwölfe mehr und auch bitte keine Schwerter – Sonic ist viel cooler ohne all diese Gadgets!
 

Wertung: