Reviews

  

REVIEW:

*** HINWEIS: 2 Sonics, 2 Wertungen. Das Review stammt von Link, unten gibts aber noch ein zweites Fazit & Wertung von Yuji ***

20 Jahre begleitet das Maskottchen SEGAs nun schon Spieler in teils hervorragenden und teils nicht so guten Spielen. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft bringt nun SEGA das mehr oder minder offizielle Geburtstags-Spiel heraus – und Sonic trifft auf sein klassisches Ich! Kann das gutgehen?

Die Story des Spiels kurz zusammengefasst: ein mysteriöses Monster, der sogenannte Time Eater, wirft Sonic in ein Raumzeitgefüge, in welchem er seinem alten Ich begegnet – seine Freunde werden dabei mitgerissen. Wer genau dahintersteckt, wird hier offengelassen. So viel sei jedoch gesagt: es ist ein alter Bekannter. Die 9 Zonen von Sonic Generations sind in 3 Ären mit jeweils 3 Zonen eingeordnet: die Megadrive-Ära, die Dreamcast-Ära und die Moderne Ära.



Los geht es wie sich gehört mit Green Hill aus Sonic 1. Jede Zone unterteilt sich dabei in 2 Akte sowie 10 Extra-Missionen. Akt 1 wird dabei vom klassischen Sonic im klassischen Side-Scrolling-Stil gespielt, Akt 2 wird vom modernen Sonic in 3D bestritten. In welcher Reihenfolge man Akt 1 und Akt 2 spielt bzw. in welcher Reihenfolge man überhaupt die Zonen spielt ist dabei fast egal: so kann man nur die Zonen der freigeschalteten Ären spielen – um eine neue Ära freizuschalten, muss man in der vorherigen Ära von allen 3 Zonen jeweils Akt 1 und 2 geschafft haben, sowie zu jeder Zone eine Extra-Mission und einen Bosslevel.

Da die Akte besonders anfangs für eingeübte Sonic-Spieler sehr einfach zu meisten sind (man bekommt S-Ränge regelrecht hinterhergeworfen) und der Schwierigkeitsgrad allgemein nicht sonderlich hoch angesiedelt ist (selbst Planet Wisp als letzte Zone hat zwar einige nervige Momente, ist jedoch auch binnen maximal 10 Minuten pro Akt im ersten Versuch schaffbar), ist der größte Kritikpunkt für Sonic Generations, dass es schlichtweg sehr kurz sein kann. Zwar kann man bis zu 90 Extra-Missionen spielen und versuchen, diese alle mit einem S zu meistern, das Spiel gewährt dem Spieler jedoch ein Erhaschen des Endes bereits nach eben "nur" 9 Zonen, 4 Boss-Kämpfen, 9 gespielten Missionen sowie 3 Versus-Missionen (bei denen man gegen einen alten Bekannten – wie zum Beispiel Shadow antreten muss – auch diese Missionen sind an alte Spiele angelehnt). Alle Akte, Bosskämpfe und Missionen zusammen bedeuten, dass ein geübter Spieler das Spiel problemlos an einem langen Abend (3 bis 4 Stunden) schaffen kann.



Wer natürlich auf Achievement-Jagd ist, der wird lange beschäftigt sein. Ebenso kann man Sonic mit Fähigkeiten ausrüsten. Um alle Fähigkeiten kaufen zu können, muss man ebenfalls einiges an Spielzeit investieren um genug Punkte zu erhalten. Allerdings überzeugen dafür die Akte auf ganzer Linie. Sie sind abwechslungsreich gestaltet, haben viele verschiedene versteckte Wege und motivieren zum wiederholten Spielen. Die Extra-Missionen stellen dem Spieler unterschiedliche Aufgaben, die auch oft genug Sonics Freunde involvieren (jeder der Freunde leitet 2 Missionen, eine mit Modern Sonic, eine mit Classic Sonic). So muss man sich in Chemical Plant von Amy helfen lassen, in Sky Sanctuary von Knuckles und in Speed Highway muss man gegen Cream zum Rennen antreten. Ansonsten gibt es auch Challenges, wo es heißt eine bestimmte Anzahl Ringe zu erhalten oder gegen seinen Doppelgänger anzutreten. Für jede geschaffte Mission kann man eine Illustration oder einen Song freischalten – die Songs kann man nebenher statt der regulären Akt-Musik hören.

Allgemein kann man festhalten, dass bei dem Spiel glücklicherweise deutlich mehr funktioniert als es schiefgeht. Obwohl das Spiel einige 3D-Jump&Run-Passagen zu bieten hat, funktioniert die Kamera tatsächlich während diesen weitestgehend. Ebenso ist man steuerungstechnisch aus der Vergangenheit eher nicht so erfreuliches gewohnt, diesmal zeigt sich das Gameplay weit weniger zickig als in den Vorgängern (was jedoch nicht heißt, dass es immer einwandfrei funktioniert). Optisch kann sich das Spiel sehen lassen, es setzt jedoch keinerlei neue Standards oder ähnliches. Wer über das notwendige Equipment verfügt,  kann das Spiel auch in 3D spielen. Leider sind hier und da kleinere Frameraten-Einbrüche möglich. Der Soundtrack ist prinzipiell gewohnte Sonic-Kost, über die im Internet bekanntermaßen die Meinungen arg auseinander gehen. Da die Lieder jedoch durch ihre jeweiligen Zonen, an die sie angepasst wurden, inspiriert wurden, kann man sich zumindest auch hier nicht über mangelnde Abwechslung beklagen. Als Neuerung für deutschsprachige Spieler diesmal: zum ersten Mal wurde Sonic deutsch synchronisiert und die Qualität ist nach ein wenig Eingewöhnung durchaus in Ordnung. Wem die Sprecher jedoch absolut nicht gefallen, der kann auch englische Sprecher wählen (oder japanische, französische, spanische und italienische!). Die Story-Dialoge sind einfach und werden kurz gehalten – dafür sind sie jedoch oft genug amüsant.



Für diesen Test wurden zwei Versionen herangezogen: die Xbox 360 und die PC-Version. Beide Versionen sind praktisch völlig identisch. Bei der PC-Version sei jedoch dringendst angeraten, ein Gamepad zur Steuerung zu nutzen, die Tastatur-Steuerung ist miserabel. Ebenso ist die PC-Version sehr hardware-hungrig, man benötigt einen ordentlichen Rechner. Der 400-Euro-Laptop von nebenan wird da nicht ausreichen.

Fazit:
Als Fazit lässt sich somit festhalten, dass sich Sonic Generations am ehesten wie eine gelungene Hommage an die Serie anfühlt. Das Spiel hätte durchaus einen Ticken fordernder sein dürfen (allerdings bitte nicht mehr das Niveau, an das sich Xbox360/PS3-Spieler bei Eggman Land in Sonic Unleashed gewöhnen mussten – Sonic Generations ist in dieser Hinsicht das Gegenteil), aber ansonsten hat man eigentlich fast alles richtig gemacht.


Wertung:





Fazit Yuji:
Ich fand das Spiel im Gegensatz zu Link nicht zu leicht. Der Schwierigkeitsgrad war moderat und fair. Fair ist hier das Stichwort, das Leveldesign ist diesmal äußerst gelungen. Es gibt kaum fiese Stellen in denen ein Ausweichen unmöglich ist o.ä. Selbst Abgründe werden größtenteils mit dicken, roten Hinweisschildern gesichert ;)

Ich habe ca. 6 Stunden gebraucht fürs Durchspielen, die 90 zusätzlichen Missionen wirken dank größtenteils anderem Leveldesign, neuen Gameplay Elementen, teils anderen Settings (Green Hill bei Nacht, Seaside bei Sonnenuntergang!) usw. wie komplett neue Level und sorgen insgesamt für bestimmt 15 Stunden zusätzlichen Spielspaß. Dazu kommt die Jagd nach den Roten Ringen, S-Rängen und Bestzeiten beim Online Spielen. Kurzum: Der Umfang stimmt und es gibt viel freizuspielen.

Grafisch ist Sonic Generations ein Traum. Green Hill Zone und Co sahen nie so toll aus. Dazu gibts die passende Hintergrundmusik, die rundum gelungen ist. Die freischaltbaren alternativen Songs haben mich ein ums andere mal wie ein kleines Kind freudig aufschreien lassen. Von "His World" (mein Gott ich liebe dieses Lied) über "Palm Tree Panic" (Sonic CD, yay!) bis "Super Sonic Racing" ist echt alles dabei was das Sonic Herz begehrt.

Für mich gibt es nur ganz wenig Kritikpunkte, die hier eine 10/10 knapp verhinden. Sie sind zwar sehr, sehr selten, aber es gibt immer noch ab und an mal eine Stelle im Spiel, wo man schonmal nicht weiß wieso man gerade gestorben ist oder durch einen Glitch in den Abgrund saust. Einer der Endgegner (ich sag an dieser Stelle nicht welcher) hat außerdem arg genervt, weil einfach nicht klar ist was man machen muss. Und was mir am meisten gefehlt hat: Coole CGI Zwischensequenzen ala "Sonic the Hedgehog", "Sonic Unleashed" und Co. die für ordentlich Emotionen sorgen. Stattdessen gabs leider nur kurze und überaschend niedrig aufgelöste Zwischensequenzen.

Trotzdem: Sonic Generations ist für mich das beste Sonic Spiel seit Sonic Adventure 1&2 und wenn das Sonic Team am Ball bleibt bin ich sicher, dass das 2012 erscheinende neue Sonic Spiel der Top Kandidat auf die perfekte Wertung ist.

Wertung: