Reviews



REVIEW:


Let's play, boys!

Das wahrscheinlich meisterwartete Platinum Games Spiel hat endlich seinen Weg in unsere Xbox360 und PS3 Laufwerke gefunden. In den vergangenden Monaten ist kaum eine Woche ohne neue Bayonetta News ausgekommen. Es gab Trailer und Screenshots am Fließband. Selbst als jemand, der auf das Spiel sehnsüchtig gewartet hat, war das eine ganze Ecke too much. Aber egal, darauf kommts ja nun nicht an. Das meiste an Pressematerial wurde dann sowieso ziemlich schnell ignoriert. Wir wollten das Spiel endlich zocken, verdammt!


Witch Time

Bayonetta scheint oberflächlich betrachtet eines der Action Spiele zu sein, wo man sagen könnte: "Sex Sells. Dieses Spiel wird sich sicherlich nur über die Hauptprotagonistin identifizieren und verkaufen." Das ist aber mitnichten der Fall. Schon in den ersten Minuten merkt man, dass das Spiel auch gameplay-technisch vollends überzeugt. Die abgedrehte Story wird in recht langen Zwischensequenzen erzählt. Bayonetta ist dabei die letzte noch lebende Umbra Hexe, die aus einem 500-jährigen Schlaf erwacht ist und nun versucht herauszufinden, was mit den restlichen Umbra Hexen und deren Gegenspielern, den Lumen-Weisen geschehen ist. In den Kämpfen geht es heiß her: mit den verschiedensten Nahkampf- und Schusswaffen startet ihr komplexe Combos und Spezialangriffe bis hin zu verheerenden "Torture Attacks". Statt zu blocken, weicht ihr den Gegner mit einem Tastendruck aus. Schafft ihr das im richtigen Moment startet ihr Bayonettas "Witch Time", eine kurzzeitige Slowmotion in der ihr eure Gegner noch mehr vermöbeln könnt. Genug Magic Points vorausgesetzt. Denn einige Angriffe wie u.a. die Witch Time benötigen entsprechend viele Magiepunkte. Durch das Einsammeln von roten, grünen und gelben Ingridienzen lassen sich zudem diverse Items brauen, zumeist Lutscher (ja, Lutscher!), die z.B. eure Energie oder Magie auffüllen oder euch für kurze Zeit unbesiegbar machen. Und auch sonst gibt es viel zu entdecken: findet und sammelt Notizbücher ein, um mehr über die Geschichte zu erfahren, sucht nach dauerhaft energie- und magie-verstärkenden Items und den mysteriösen Blutstränen Umbras. Beim Kollegen Rodin vor den Gates of Hell kauft ihr euch allerlei neue Waffen, Techniken, Items sowie später auch neue Kostüme.


In for the Kill

Habt ihr euch erstmal ein wenig eingespielt, genießt ihr in den wenigen ruhigen Momenten die größtenteils wirklich tolle Grafik und das absolut herausragende Leveldesign. Die PS3 Version fällt im Vergleich zur Xbox360 Version technisch jedoch etwas ab. Ruckeleinlagen, mehr Tearing (hat die Xbox Version zwar auch, aber es hält sich noch in Grenzen), längere Ladezeiten und ein "Grauschleier" trüben das Erscheinungsbild. Schuld ist hier allerdings nicht Platinum Games, sondern SEGA, die die Portierung vorgenommen haben. Musiktechnisch hat man sich ebenfalls nicht lumpen lassen: zur Info, es ist in Japan ein 5 CDs umfassender Soundtrack erschienen mit insgesamt 150 (!) Tracks auf dem Spiel. 'Poppig japanisch' beschreibts glaub ich am besten. Wird vielleicht nicht jedem 100%ig zusagen. Uns gefällts ;)


Easter Eggs

Ohne groß was spoilern zu wollen, aber es muss einfach erwähnt werden wieviele Anspielungen Platinum Games (ex-Glover Studios, u.a. Okami, Devil May Cry, Resident Evil) hier eingebaut hat. Aber nicht nur Fans von den genannten Capcom Spielen kommen auf ihre Kosten, dank Publisher SEGA hat Platinum Games diverse SEGA Easter Eggs eingebaut, die Fans ein ums andere Mal zum schmunzeln bringen werden. Finden müsst ihr sie aber selber :)


Final Comments

Bayonetta überzeugt von der ersten Sekunde an. Gameplay, Grafik, Musik, Style: Alles passt wunderbar zusammen, dieses Spiel hat Stil, hat Charakter und Wiedererkennungswert. Das kann man heute nicht mehr von vielen Spielen sagen, was aber sich nicht an deren Qualität liegt. Das gesamte Produkt "Bayonetta" wirkt aber wie aus einem Guss. Ich habe lange überlegt wieviel Punkte das Spiel verdient hat, aber letztendlich kann es nur eine Wertung geben und das sind 10 Punkte für die Xbox360 Version, sowie 9 Punkte für die PS3 Version, bei der es wegen den technischen Mängeln Abzüge in der B Note gibt.

Ursprünglich wollte ich den hohen Schwierigkeitsgrad ankreiden. Aber im Nachhinein betrachtet bleibt das Spiel jederzeit fair und es gibt genügend Rücksetzpunkte. Mit der richtigen Vorgehensweise und den richtigen Items können auch Normal-Spieler in den vollen Genuss des Spieles kommen. Wer Probleme hat sollte trotzdem erstmal eine Stufe unter "Normal" spielen, um mit den dann erreichten Waffen und Gegenständen sich an höhere Schwierigkeitsgrade zu wagen. Denn das Spiel hat eine Menge 'Replay-Value'. Es ist eines dieser Spiele, wo der dritte Durchgang fast noch mehr Spaß macht als der Erste.

Glückwunsch an Platinum Games. Bayonetta ist ganz großes Kino. Wann kommt Teil 2? 


Wertung: